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Alumni-Interview mit Elena Wuzel

Nicht erst seit der Auszeichnung als Nachwuchs-Pflegemanagerin 2022 ist Elenas Wuzels Terminkalender ordentlich gefüllt. Für ihre Alma Mater hat sich die Referentin der Pflegedirektion am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) jedoch die Zeit für unser Alumni-Interview genommen. Im Interview zeigt sie auf, was ihr die Auszeichnung bedeutet, blickt auf ihr Bachelorstudium an der Akkon Hochschule zurück und spricht über ihre weiteren Karrierepläne.

Wir fallen direkt mit der Tür ins Haus: Sie sind vom Bundesverband Pflegemanagement zur Nachwuchs-Pflegemanagerin des Jahres 2022 gewählt worden, das freut uns riesig. Wie war das für Sie?

Elena Wuzel: Eine Kollegin hatte mich für den Preis nominiert und ich habe erst kurz vor dem Auswahlgespräch überhaupt von der Nominierung erfahren. Dass ich gewonnen habe, habe ich dann tatsächlich auch selbst erst bei der Preisverleihung beim Springer Kongress Pflege erfahren. Das war eine ziemlich große Überraschung und für mich auch eine sehr bewegende Erfahrung, den Preis von Peter Bechtel überreicht zu bekommen, der ja einer der führenden Pflegemanager in Deutschland ist und durch zahlreiche Veröffentlichungen bekannt ist. Das war schon eine sehr coole und beeindruckende Erfahrung. Aber ich möchte auch nochmal sagen, dass der Preis eigentlich ein Teampreis ist. Denn klar, leite und koordiniere ich vieles federführend in dem Magnet-Projekt am DHZB, mit dem ich ja auch ausgezeichnet wurde. Aber das meiste geht doch nur im Team – das ist das A und O – und mir sehr wichtig. Und ich bin wahnsinnig froh, hier am Herzzentrum in einem grandiosen Team zu arbeiten und Chefs in der Pflegedirektion zu haben, die mich und uns unheimlich stark supporten und uns vieles ermöglichen.

Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung?

Elena Wuzel: Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, einmal so einen Preis zu bekommen. Und persönlich hat es mich extrem gefreut und auch bestärkt, weil ich ja gar nicht den ganz klassischen Pflegemanagement-Weg gegangen bin. Ich war viele Jahre – auch während meines berufsbegleitenden Studiums – auf der Station und in der stellvertretenden Stationsleitung bei der Charité. Erst nach dem Masterabschluss bin ich dann für das Magnetprojekt hier ans DHZB als Referentin in die Pflegedirektion gewechselt. Ich wollte in diesem übergeordneten Projekt auch strukturell mehr in der Pflege und für die Pflege bewegen. Das war damals ein krasser Sprung für mich und es ist wahnsinnig schön zu sehen, dass dieser Weg nun sogar durch den Bundesverband gesehen und honoriert wird. Und ich finde es toll, dass auf diese Weise auch die Vielfalt – die vielen Farben der Aufgabenbereiche und Karrierewege – im Pflegemanagement stärker sichtbar werden.

Zu den Farben des Pflegemanagements müssen Sie uns noch etwas mehr verraten…

Elena Wuzel (lacht): Damit meine ich, dass es im Pflegemanagement eben nicht nur um die klassischen Führungspositionen in der Pflege geht, wie die Leitung auf Stations-, Bereichs- oder die Pflegdirektionsebene. Vielmehr gibt es im Pflegemanagement ja auch noch viele wahnsinnig spannende „Farben“, also Aufgaben und Tätigkeitsfelder dazwischen, zum Beispiel das Projektmanagement, das Recruiting, Aufgaben der Internationalisierung bzw. im internationales Recruiting und Projekte in multiprofessioneller Zusammenarbeit – oder die politische Arbeit. In Zukunft wird die Auswahl an Möglichkeiten im Pflegemanagement nochmal größer und stärker werden, denn wir können nicht mit der einen gradlinigen Entwicklungslaufbahn weitermachen. Damit wären wir weniger interessant für künftige Talente und vor allem auch nicht schnell entwicklungsfähig. Und in Krankenhäusern und Kliniken brauchen wir ja eine schnelle Entwicklung in der Pflege.

In die Verbandspolitik haben Sie seit der Auszeichnung ja auch neue Einblicke gewonnen.

Elena Wuzel: Ja absolut. Aufgrund des Preises habe ich die Ehre, für ein Jahr als Gastmitglied im Vorstand des Bundesverbands Pflegemanagement mitarbeiten zu dürfen. Das ist echt stark und es macht wahnsinnig Spaß mit den Pflegedirektorinnen und -direktoren und Profis verschiedener Führungsebenen aus dem gesamten Land zusammenzuarbeiten. Und es ist natürlich nochmal ein politischer Einblick in die Verbandsarbeit, die ich bis dato völlig unterschätzt hatte. Das ist schon wahnsinnig spannend, was auf Verbandsebene läuft, wie vielseitig dort an unserem Berufsfeld gearbeitet wird. Und der Bundesverband Pflegemanagement ist da auch wirklich ein sehr attraktiver Verband, der gerade für uns als Pflegemanagerinnen und Pflegemanager zum Netzwerken, aber auch für den Erfahrungs- und Best-Practice-Austausch genial ist. Und das ist sicherlich auch für die Studierenden an der Akkon Hochschule super spannend, hier mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Denn die Verbandsarbeit und Verbandspolitik sind wirklich eine super interessante Welt, die ich während meines Studiums so noch gar nicht kannte.

A propos Studium: Sie haben bei uns ja Pflegemanagement studiert. Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Ihr Bachelorstudium an der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften zurückdenken?

Elena Wuzel: Das war eine sehr coole und eine richtig schöne Zeit. Wir hatten eine interessante Studiengruppe und ich habe damals wahnsinnig viel gelernt. Auch deshalb, weil wir von Anfang an gelernt haben, über den Tellerrand hinaus zu blicken und Dinge anders zu hinterfragen. Der Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden war sehr eng und wir waren auch gut vernetzt mit Studierenden anderer Fächer, zum Beispiel aus der Internationalen Not- und Katastrophenhilfe.

Hatten Sie im Job denn manchmal Aha-Momente mit Blick auf bestimmte Studieninhalte?

Elena Wuzel: Ja, definitiv. Das waren oftmals die wirtschaftlichen Anteile, zum Beispiel aus der BWL. Da habe ich später oft gemerkt, wie sehr mir das hilft, diese Sachen von Grund auf gelernt zu haben und zu wissen. Aber gerade auch von den pflegewissenschaftlichen Anteilen, also Evidence Based Nursing oder Case-Management, profitiere ich immer wieder. In einem unserer Projekte wurde zum Beispiel relativ früh klar, dass wir ein Case-Management brauchen. Das Thema war in der Unizeit wahnsinnig abstrakt für mich. Aber in dem Moment dachte ich nur, puuh, wie gut, dass ich gelernt hab, wie das funktioniert.

Sie haben bei uns damals parallel zu Ihrer Ausbildung und danach ja ebenfalls berufsbegleitend weiter studiert. Wie erleben Sie die Verbindung von Studium und Job?

Elena Wuzel: Es ist natürlich anspruchsvoll. Aber da das Studium an der Akkon Hochschule auch speziell berufsbegleitend ausgelegt ist, ließ sich das in Verbindung mit meiner 75-Prozent-Stelle sehr gut handlen. Den Master habe ich ja in Vollzeit neben der Arbeit an einer anderen Hochschule gemacht. Das war schon echt tough und das würde ich so nicht nochmal machen. Den Master natürlich schon, aber ich würde eine flexiblere Studienorganisation neben dem Job bevorzugen. Insgesamt ist das Studium neben dem Beruf auf jeden Fall eine gute Lehre in Sachen Zeitmanagement. Das lernt man während dieser Zeit und davon profitiert man auch später noch sehr lange.

Stichwort später: wie sehen denn Ihre weiteren Karrierepläne aus?

Elena Wuzel: Für mich steht erstmal an oberster Stelle, an dem Magnet-Projekt „dranzubleiben“ und zu schauen, inwiefern dieses Modell in deutschen Krankenhäusern funktionieren und umgesetzt werden kann. Perspektivisch möchte ich aber auch wieder zurück in die Führung und wieder näher an die Kolleginnen und Kollegen in der Versorgung.

Und was denken Sie mit Blick auf die Zukunft der Pflege?

Elena Wuzel: Mir ist vor allem wichtig zu zeigen, dass wir die Kultur und die Arbeitswelt im Krankenhaus verändern können. Zum einen, indem wir beweisen, dass diese Arbeitswelt veränderbar ist, dass wir neue Modelle in der Pflege langfristig in Angriff nehmen – und auch über ganz Deutschland streuen können. In den meisten Einrichtungen machen die Pflegenden ja die größte Berufsgruppe aus. Ich halte es für unumgänglich, dass wir die Pflege nachhaltig stärken und auch eine andere Wahrnehmung schaffen.

Last but not least ein kleines Spiel: vervollständigen Sie doch den Satz: „Pflegemanagement ist…

Elena Wuzel: … zum einen natürlich Leitung, Organisation und Führung in der Pflege. Das Pflegemanagement ist aber auch Visionsgeber, Ideengeber und Entwickler für viele Pflegende. Pflegemanagerinnen und Pflegemanager kennen sich bei Veränderungsprozessen in der Pflege ja besonders gut aus, weil sie es sind, die diese Veränderungen letztlich umsetzen müssen. Daher ist das Pflegemanagement für mich auch eine ganz starke Stimme und Vertretung der Pflegenden – in den Einrichtungen, aber auch in der Politik, mit dem Ziel langfristig eine gute und sogar herausragende Versorgung der Patientinnen und Patienten leisten zu können.

Das ist doch ein perfektes Schlusswort. Vielen lieben Dank für das Gespräch und auf bald!

Nursing Management B.A.

Mit dem berufsbegleitenden Studiengang Nursing Management B.A. qualifiziert die Akkon Hochschule für Humanwissenschaften Talente aus der Pflege evidenzbasiert, praxisnah und zukunftsweisend für Managementfunktionen. Ziel ist es die Pflegemanager/-innen von morgen noch besser auf die sich ständig weiterentwickelnde Anforderungen einer hochwertigen Pflege vorzubereiten. Der Studiengang knüpft an das angelsächsische Konzept von Nursing Administration an und setzt besondere Schwerpunkte auf fachliche und methodische Kompetenzen aus den Bereichen Pflegewissenschaft, Management und Leadership-Theorie. Zudem bietet das Studium umfangreiche Sozial- und Selbstmanagement-Kompetenzen sowie Soft-Skills für Ihren Berufsalltag im Management von Pflegeprozessen. Für den nächsten Studienstart im Oktober sind aktuell noch Studienplätze frei.

Mehr Infos zum Studiengang gibt es unter www.akkon-hochschule.de/nursing-management

 

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