Projekt „VR Rescue Gelsenkirchen“ gestartet
Projekt „VR Rescue Gelsenkirchen“ gestartet
Virtuelle Realität und KI stärken die Aus- und Fortbildung im Rettungsdienst
Die Feuerwehr Gelsenkirchen hat am 3. Februar 2026 ein bundesweit einmaliges Ausbildungsprojekt im Rettungsdienst gestartet. Mit dem Pilotprojekt „VR Rescue Gelsenkirchen“ werden erstmals Virtual-Reality-Technologie und KI-gestützte Szenarien systematisch für die Aus- und Fortbildung von Rettungskräften eingesetzt.
Neue Trainingsansätze für wachsende Einsatzanforderungen
Hintergrund des Projekts sind die wachsenden Herausforderungen im Rettungsdienst: Einsatzkräfte sehen sich zunehmend mit körperlich wie emotional belastenden Situationen sowie steigenden Aggressionen konfrontiert. Ziel des Projekts ist es, realitätsnahe Trainingsmöglichkeiten zu schaffen, um insbesondere deeskalierende Kommunikation in anspruchsvollen Einsatzlagen zu stärken.
Das Projekt wird in Kooperation mit der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften und der Agentur VR4Content umgesetzt. Projektleiter ist Dr. habil. Matthias Lemke, Dozent für Management in der Gefahrenabwehr B.Sc. sowie Führung in der Gefahrenabwehr und im Krisenmanagement M.Sc. an der Akkon Hochschule.
„Wir betreten mit diesem Projekt Neuland in der Rettungsdienstausbildung. Es geht darum, optimale Trainingsbedingungen zu schaffen, die realitätsnah sind und gleichzeitig Raum für Reflexion bieten. Wenn das für manche Einsatzkräfte auch ein Stück Seelenhygiene bedeutet, ist das nur positiv“, sagt Dr. habil. Matthias Lemke.
Praxisnahe VR-Szenarien als Teil der Pflichtfortbildung
Das innovative Fortbildungskonzept ist Teil der in Nordrhein-Westfalen jährlich verpflichtenden 30-stündigen Rettungsdienstweiterbildung. In vier emotional anspruchsvollen VR-Szenarien trainieren die Teilnehmenden unter anderem den professionellen Umgang mit Transportverweigerung, Behandlungsvorbehalten, ungeduldigen Patient*innen sowie die Reflexion kollegialer Kommunikation im Einsatz.
Wissenschaftlich begleitetes Pilotprojekt mit Modellcharakter
Das Projekt „VR Rescue Gelsenkirchen“ läuft von Februar bis Dezember 2026 und wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Ziel ist es, bei erfolgreicher Evaluation VR-Trainings dauerhaft in die Aus- und Fortbildung von Rettungs- und Feuerwehrkräften zu integrieren. Mit dem Projekt setzt die Feuerwehr Gelsenkirchen erneut Maßstäbe in der rettungsdienstlichen Qualifizierung und unterstreicht den hohen Innovationsgrad moderner Einsatzkräfteausbildung.
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