Forschungsprojekt K3VR: Neue Erkenntnisse zur kommunikativen Deeskalation in Konfliktsituationen
Zum Abschluss des Forschungsprojekts K3VR präsentierten die Projektpartner*innen wissenschaftliche Erkenntnisse zur kommunikativen Deeskalation und deren Übertragung in innovative Virtual-Reality-Trainings.
Wie lassen sich Konflikte und Krisensituationen durch Kommunikation entschärfen? Mit dieser Frage beschäftigte sich in den vergangenen Jahren das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Forschungsprojekt K3VR („Krisen und Konflikte durch Kommunikation deeskalieren“). Auf der Abschlussveranstaltung am 29. Juni 2026 stellten die Projektpartner*innen ihre zentralen Ergebnisse vor. Das Projekt verbindet sozialwissenschaftliche Forschung mit innovativen Virtual-Reality-Technologien und eröffnet neue Möglichkeiten für die Erforschung und Vermittlung kommunikativer Deeskalation.
Kommunikationsprozesse wissenschaftlich untersucht
Im Mittelpunkt des Projekts stand die Analyse von Kommunikationsprozessen zwischen Polizeivollzugsbeamt*innen und Bürger*innen. Dabei identifizierte das Forschungsteam Kommunikationsmuster, die Eskalations- und Deeskalationsverläufe beeinflussen. Ergänzt wurde die Forschung durch Interviews mit Polizeivollzugsbeamt*innen, eine repräsentative Bevölkerungsbefragung sowie ein VR-Experiment. Darüber hinaus wurden erstmals unbewusste Körperreaktionen mithilfe KI-gestützter Sensorauswertung untersucht und in die Analyse einbezogen.
Kommunikative Deeskalation wissenschaftlich stärken
„Kommunikative Deeskalation entscheidet in vielen Konflikt- und Krisensituationen darüber, ob eine Lage entschärft oder weiter verschärft. Mit dem Projekt K3VR konnten wir erstmals wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zu den kommunikativen Dynamiken solcher Situationen gewinnen und diese zugleich in eine innovative virtuelle Trainingsformate überführen. Damit schaffen wir eine wichtige Grundlage, um Deeskalationskompetenzen künftig noch gezielter zu erforschen, zu trainieren und in die Praxis zu übertragen.“, sagt Prof. Dr. Andreas Bock, Projektleiter K3VR und Präsident der Akkon Hochschule.
Forschungsergebnisse in Virtual Reality übertragen
Ein besonderer Projekterfolg ist die Übertragung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in eine virtuelle Trainingsumgebung. Die identifizierten Kommunikationsmarker wurden in einen VR-Demonstrator integriert und gemeinsam mit Praxispartner*innen evaluiert. Darüber hinaus entwickelten die Forschenden Verfahren zur synchronen Erfassung und Analyse von Sprache, Gestik und ausgewählten physiologischen Parametern sowie erste Ansätze einer kontextsensitiven Gestenerkennung.
Das interdisziplinäre Konsortium aus der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften, dem Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) und der Aspekteins GmbH zeigt mit K3VR, wie sich wissenschaftliche Forschung und Virtual-Reality-Technologien erfolgreich miteinander verbinden lassen. Die Ergebnisse schaffen eine Grundlage für die Weiterentwicklung kommunikativer Deeskalationstrainings und bieten Perspektiven für weitere Anwendungsfelder über den Polizeikontext hinaus.
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