2. Johanniter-Pflegesymposium: Pflegequalität gemeinsam weiterentwickeln
Rund 140 Teilnehmende diskutierten in Bonn über praxisnahe Ansätze zur Weiterentwicklung der Pflegequalität
Im Rahmen des Entwicklungs- und Forschungsprojekts „Pflegestrategien der Johanniter Krankenhäuser (PS-JoKH)“ des ITAC haben sich rund 140 Pflegefachpersonen aus Praxis, Bildung und Management mit Studierende, Absolvent*innen und Professor*innen der Akkon Hochschule am 6. Oktober in der Johanniter Klinik Godeshöhe in Bonn zusammengefunden, um gemeinsam über praxisnahe Ansätze zur Weiterentwicklung der Pflegequalität zu diskutieren.
Durch den Tag führten die Pflegedirektor*innen aus Bonn, Ewa Masoud (Betriebswirtin Pflegemanagement) und Kai Mückenhaupt (M.A.), die als Moderator*innen die verschiedenen Vorträge, Praxisbeispiele und Diskussionsimpulse miteinander verbanden und den fachlichen Austausch begleiteten.
Sandra Postel (M.Sc.), Präsidentin der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen stellte im ersten Impulsvortrag die Arbeit der Pflegekammer vor, begleitet von der Frage „Muss Pflege politisch sein?“. Sie plädierte dafür, dass Pflegefachpersonen das eigene Aufgabenprofil und den eigenen Verantwortungsbereich professionell nach innen und außen vertreten. Dabei stellte sie ein Dreischrittverfahren vor, mit dem Situationen gemeldet werden können, in denen im Arbeitsalltag die Übernahme pflegefremder Tätigkeiten erwartet wird.
Prof. Dr. Manuela Zimmermann und Prof. Dr. Karen Pottkämper von der Akkon Hochschule setzten wichtige Impulse für die Frage, wie Praxisentwicklung gelingen kann. Wie lässt sich die Praxis-Wissens-Lücken überwinden? Und welche Fragen sind für eine erfolgreiche Praxisentwicklung zentral? Mit ihren wissenschaftlichen und praxisorientierten Impulsen leiteten sie die innovativen Vorträge und Posterbeiträge der Projektpartner*innen und der Studierenden und Absolvent*innen ein.
Aus der Johanniter-Klinik Hamm stellten Michael Blotko, M.A., und Samantha Kuscheck, M.A. (Cand.), aus der Stabsstelle Pflegeentwicklung gemeinsam mit Sina Hüsemann, B.A., ihren Ansatz zur Implementierung einer Advanced Practice Nurse (APN) in der geriatrischen Versorgung vor. Dabei präsentierten sie unter anderem ein Einarbeitungskonzept sowie einen beispielhaften Patientenpfad. Mario Lüder aus Stendal zeigte am Beispiel der Intermediate Care (IMC), welche Bedeutung Fallbesprechungen für einen nachhaltigen Wissenstransfer haben. Führungskräfte spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie müssen offene Reflexion ermöglichen, Sicherheit geben und ausreichend Zeit zur Verfügung stellen.
Karl Poersch, M.A. Leiter des Referats Pflegemanagement und Strategie sowie Klinikmanager des Johanniter-Krankenhauses Stendal, stellte die Bedeutung von Peer Reviews heraus. Die kollegiale und kriteriengestützte Analyse von Behandlungsverläufen kann dazu beitragen, Verbesserungspotenziale sichtbar zu machen und die Qualität der Versorgung weiterzuentwickeln.
Melanie Spring, B.Sc., vom BG Klinikum Bergmannstrost Halle betonte die Bedeutung einer standardisierten Anwendung von Instrumenten für das Delirmanagement auf Intensivstationen. Tony Zeuner, B.Sc., stellte anschließend fördernde und hemmenden Faktoren auf den Übergang älterer Menschen von der Notaufnahme nach Hause und hilfreiche Interventionen vor.
Den Abschluss der Impulsvorträge bildete Annalena Drescher, B.Sc., mit der Präsentation ihrer Bachelorarbeit zum Thema “angstlindernde Interaktionen in der Kardiologie”. Die vorgestellten Maßnahmen reichten von Edukation über Musik- und Soundkulissen bis hin zu Atemtechniken. Sie beendete ihren Vortrag mit einem Zitat von Marie Curie: „Nothing in life is to be feared, it is only to be understood.“
Ein Gedanke, der auch auf Innovation in der Pflege zutrifft: Neue Prozesse mögen zunächst unbekannt sein und mitunter Skepsis hervorrufen. Durch strukturierte Implementierungsprozesse, Feedbackschleifen, Austauschformate und die Einbindung geschulter Fachpersonen können jedoch neue Wege entstehen, um Pflege langfristig wirksamer zu gestalten.
Im Anschluss an die Impulsvorträge präsentierten weitere Absolvent*innen und Studierende des Studiengangs Erweiterte klinische Pflege der Akkon Hochschule 12 Poster zu aktuellen Praxisentwicklungsprojekten, in denen evidenzbasierte Innovationen zur Weiterentwicklung der Pflegequalität vorgestellt wurden.
Das thematische Spektrum reichte von der Einführung neuer, verlässlicher Screening- und Assessmentinstrumente in der Pflege, von unterschiedlichen Konzepten zur Verbesserung der Patient*innensicherheit bis hin zu neuen, evidenzbasierter Interventionen.
Alle Beiträge werden im Rahmen eines Abstractbandes veröffentlicht, um die spannenden Ideen und innovativen Lösungsansätze zur wirksamen Gestaltung der Pflege auch über das Symposium hinaus zugänglich zu machen.
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