Rettungsdienst unter Druck: Prof. Dr. Gordon Heringshausen zur geplanten Gesundheitsreform
Was die geplante Gesundheitsreform für den Rettungsdienst bedeutet – eine Einordnung aus Praxis und Wissenschaft von Notfallsanitäter und Hochschul-Experte Prof. Dr. Gordon Heringshausen.
Rettungsdienst unter Druck: Prof. Dr. Gordon Heringshausen zur geplanten Gesundheitsreform
Die geplante Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird aktuell intensiv diskutiert – insbesondere mit Blick auf ihre Auswirkungen auf den Rettungsdienst und die Pflege. Auch die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. hat sich kritisch zum aktuellen Gesetzentwurf geäußert und vor möglichen Einschränkungen in der Finanzierung gewarnt.
Aus Sicht der Praxis steht dabei vor allem die Frage im Raum, wie sich die geplanten Maßnahmen auf die Versorgungssicherheit und die Arbeitsbedingungen im Rettungsdienst auswirken.
Prof. Dr. Gordon Heringshausen, Notfallsanitäter und Experte für Rettungsdienst und Gesundheitsversorgung an der Akkon Hochschule, ordnet die Situation ein – auch aus eigener praktischer Erfahrung:
„Die Diskussion um die GKV-Finanzierung zeigt sehr deutlich, unter welchem Druck der Rettungsdienst bereits heute steht. Steigende Einsatzzahlen, Fachkräftemangel und wachsende Anforderungen treffen auf begrenzte finanzielle Spielräume. Eine pauschale Begrenzung der Kostenentwicklung wird diesen komplexen Herausforderungen nicht gerecht. Entscheidend ist, dass die Finanzierung die tatsächlichen Bedarfe abbildet und eine verlässliche Versorgung langfristig sichert.“
Mit Blick auf die aktuellen politischen Entwicklungen ergänzt er:
„Mit dem aktuellen Beschluss des Bundeskabinetts zur Reform der Notfallversorgung und der geplanten Verankerung des Rettungsdienstes als eigenständiger Leistungsbereich im SGB V wird nun ein grundlegender struktureller Wandel eingeleitet.
Ich begrüße diese Entscheidung ausdrücklich. Die Verankerung des Rettungsdienstes als eigenständiger Leistungsbereich im SGB V ist ein längst überfälliger Schritt, der die tatsächliche Bedeutung der präklinischen Versorgung endlich strukturell abbildet. Insbesondere die Möglichkeit, auch Einsätze ohne Transport regelhaft abzurechnen, sowie bundeseinheitliche Qualitäts- und Strukturvorgaben zu etablieren, sind entscheidend für eine moderne, patientenorientierte Notfallversorgung.“
Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen, wie eng gesundheitspolitische Entscheidungen mit der praktischen Arbeit im Rettungsdienst verknüpft sind. Neben der operativen Tätigkeit gewinnt daher auch die Qualifizierung von Fachkräften zunehmend an Bedeutung.
Die Akkon Hochschule greift diese Herausforderungen in den Studiengängen Medizin- und Notfallpädagogik sowie Pädagogik im Gesundheitswesen auf. Absolvent*innen übernehmen eine zentrale Rolle in der Aus- und Weiterbildung und tragen dazu bei, den Rettungsdienst langfristig weiterzuentwickeln und zukunftsfähig aufzustellen.
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