Katharina Merkle: „Medizinpädagogik verbindet für mich das Beste aus zwei Welten“
Praxiswissen, Didaktik und Begeisterung für die Medizin verbinden
Katharina Merkle ist kommissarische Schulleitung der ATA-/OTA-Schule am Gesundheitscampus Potsdam und Lehrbeauftragte an der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften. Als Operationstechnische Assistentin verbindet sie praktische Erfahrung im Gesundheitswesen mit ihrer Begeisterung für Lehre und Medizinpädagogik. Nach einem Studium der Zahnmedizin bis zum Physikum und ersten Lehrerfahrungen in der Anatomie entschied sie sich für die Medizinpädagogik und schloss im September 2025 den Master of Education ab.
Mit der Akkon Hochschule verbindet sie auch ihre eigene Studienzeit, unter anderem durch Vorlesungen bei Prof. Morgenstern. Heute bringt sie ihre Erfahrungen in die Lehre ein und begleitet angehende Lehrende im Gesundheitswesen.
„Der Austausch eröffnet immer wieder neue Perspektiven.“
Warum engagieren Sie sich als Lehrbeauftragte an der Akkon Hochschule?
„Ich engagiere mich als Lehrbeauftragte an der Akkon Hochschule, weil ich meine Erfahrungen aus Praxis, Ausbildung und Medizinpädagogik gerne weitergeben möchte. Besonders spannend finde ich die Heterogenität der Studierenden und den damit verbundenen Austausch: Durch ihre unterschiedlichen beruflichen Hintergründe und Erfahrungen bekomme ich Einblicke in verschiedene Schulen und aktuelle Entwicklungen in unterschiedlichen Gesundheitsfachberufen.
Gleichzeitig bereichert dieser Austausch meine eigene Lehrtätigkeit und eröffnet immer wieder neue Perspektiven.“
Was geben Sie Studierenden aus Ihrer praktischen Erfahrung besonders mit?
„Beim Unterrichten angehender Medizinpädagog*innen schätze ich besonders die Verbindung von fachlichen Inhalten mit Didaktik und Pädagogik. Meine Seminare und Vorlesungen möchte ich so gestalten, dass neben einem fachlichen Zugewinn auch konkrete Anregungen für die spätere Unterrichtspraxis entstehen.
Durch Übungen, Methoden und die bewusste Gestaltung des Seminars möchte ich Möglichkeiten aufzeigen, die die Studierenden direkt in ihren eigenen Unterricht übertragen können – für mich ist das gelebte Medizinpädagogik.“
„Medizinpädagogik verbindet für mich das Beste aus zwei Welten.“
Welche Kompetenzen sind in Ihrem Fachgebiet aktuell besonders wichtig?
„Gerade in den Gesundheitsberufen und in der Lehre reichen einfache Handlungsrezepte oft nicht aus. Die Medizin entwickelt sich rasant weiter und bringt eine Fülle an Wissen und neuen Erkenntnissen mit sich. Die Zeit im Unterrichtsraum ist dabei gleichzeitig begrenzt. Eine zentrale Herausforderung besteht daher darin, relevante Inhalte auszuwählen, didaktisch aufzubereiten und immer wieder den Bezug zur beruflichen Arbeitswelt herzustellen.
Gerade in der Berufspädagogik ist dieser Praxisbezug für mich besonders wichtig. Durch die Arbeit mit den Studierenden bekomme ich immer wieder Einblicke in unterschiedliche Einrichtungen, Schulen und Gesundheitsfachberufe und damit in die aktuelle Arbeitswelt. Dieser Austausch erweitert auch meine eigene Perspektive und hilft mir, Lehre praxisnah und nah an den tatsächlichen Anforderungen zu gestalten.
Gleichzeitig sind pädagogische Situationen nur begrenzt plan- und vorhersehbar: Lehrende müssen häufig kurzfristig Entscheidungen treffen, verschiedene Handlungsoptionen abwägen und auf die jeweilige Situation reagieren. Professionelles Handeln bedeutet für mich daher auch, mit Unsicherheit umgehen zu können, das eigene Handeln zu reflektieren und wissenschaftliches Wissen mit der konkreten Situation zu verbinden.
Meine Begeisterung für die Medizin spielt dabei eine wichtige Rolle. Ich finde es faszinierend, wie dynamisch sich medizinisches Wissen weiterentwickelt und wie viel es immer wieder neu zu entdecken gibt. Gleichzeitig begeistert mich die Arbeit mit Menschen und die Frage, wie Wissen gut vermittelt werden kann. Medizinpädagogik verbindet für mich deshalb das Beste aus zwei Welten: meine Begeisterung für die Medizin mit meiner Freude an Lehre, Didaktik und pädagogischer Arbeit.“
Welchen Rat geben Sie heutigen Studierenden mit auf den Weg?
„Bleiben Sie neugierig, offen für unterschiedliche Perspektiven und trauen Sie sich, Dinge auszuprobieren. Gerade in der Medizinpädagogik ist es wertvoll, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und Erfahrungen aus verschiedenen Gesundheitsfachberufen und Bildungseinrichtungen mitzunehmen.
Gleichzeitig weiß ich aus eigener Erfahrung, dass der Weg in die Medizinpädagogik lang ist: Ausbildung, Berufserfahrung, berufsbegleitendes Bachelor- und Masterstudium. Das kostet Zeit, Energie und auch Geld und muss mit Familie und anderen Lebensbereichen vereinbar bleiben. Deshalb würde ich Studierenden vor allem raten, sich selbst nicht aus dem Blick zu verlieren, den eigenen Weg in einem guten Tempo zu gehen und sich bewusst zu machen, was sie bereits erreicht haben.
Und: Bewahren Sie sich die Begeisterung für das, was Sie tun. Gute Medizinpädagogik lebt für mich davon, dass fachliche Begeisterung auf pädagogische Neugier trifft. Wer bereit ist, den eigenen Unterricht immer wieder zu hinterfragen, Neues auszuprobieren und selbst weiterzulernen, entwickelt sich auch als Lehrperson stetig weiter.“
Menschen mit Erfahrung – Praxiswissen für die Lehre an der Akkon Hochschule
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