K3VR im Podcast: Wie Virtual Reality die Deeskalation im Polizeieinsatz verbessern kann
(c) Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut / www.hhi.fraunhofer.de
Im Podcast „Stand der Forschung“ sprechen Prof. Dr. Andreas Bock von der Akkon Hochschule und Thomas Koch vom Fraunhofer HHI über das Forschungsprojekt K3VR, innovative VR-Technologien und neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Deeskalationskommunikation.
Wie lassen sich Konfliktsituationen entschärfen, bevor sie eskalieren? Und welche Rolle können Virtual Reality, Künstliche Intelligenz und wissenschaftliche Forschung dabei spielen? Antworten auf diese Fragen gibt die aktuelle Podcastfolge „Stand der Forschung“, in der Prof. Dr. Andreas Bock, Präsident der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften, gemeinsam mit Thomas Koch vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) das Forschungsprojekt K3VR vorstellt.
Forschung trifft moderne VR-Technologie
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung einer multisensorischen, KI-gestützten Virtual-Reality-Trainingsumgebung für Polizeieinsatzkräfte. Ziel ist es, deeskalierende Kommunikation in realitätsnahen Einsatzszenarien zu trainieren und wissenschaftlich zu untersuchen.
Dafür versetzen VR-Brillen die Teilnehmenden in virtuelle Einsatzlagen – etwa bei Personenkontrollen, Nachbarschaftsstreitigkeiten oder anderen konfliktbelasteten Situationen. Während des Trainings erfassen Sensoren unter anderem Körpersprache, Mimik, Stimme sowie physiologische Reaktionen wie Herzfrequenz oder Hautleitwert. Diese Daten ermöglichen ein detailliertes Feedback zum eigenen Kommunikationsverhalten und helfen dabei, Eskalationsdynamiken besser zu verstehen.
Warum Situationen eskalieren
Ein zentrales Ergebnis des Projekts: Häufig entscheidet nicht nur das gesprochene Wort darüber, ob eine Situation eskaliert oder sich beruhigt. Auch Körpersprache, Gestik, Distanzverhalten oder die eigene Haltung beeinflussen, wie polizeiliches Handeln wahrgenommen wird.
Im Podcast erläutert Prof. Dr. Andreas Bock, dass gerade scheinbar alltägliche Verhaltensweisen unterschiedlich interpretiert werden können. Die Forschung hilft dabei, diese Dynamiken sichtbar zu machen und wissenschaftlich zu belegen. Durch die virtuelle Trainingsumgebung lassen sich identische Situationen beliebig oft reproduzieren – ein entscheidender Vorteil gegenüber klassischen Rollenspielen.
Wissenschaftlich fundiertes Training
Das Besondere an K3VR ist die Verbindung aus sozialwissenschaftlicher Forschung und modernster VR-Technologie. Gemeinsam untersuchten die Forschenden nicht nur virtuelle Trainingsszenarien, sondern führten auch Interviews mit Polizeibeamt*innen sowie eine repräsentative Bevölkerungsbefragung durch. So entstand ein umfassendes Bild darüber, wie Kommunikation und Verhalten in konfliktbelasteten Situationen wirken.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig dazu beitragen, Einsatzkräfte noch gezielter auf herausfordernde Situationen vorzubereiten und kommunikative Kompetenzen nachhaltig zu stärken.
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